Xing vs. Facebook

Ich hatte kurz überlegt mein Xing Profil aufzugeben und mich stattdessen intensiver um meinen Facebook Account zu kümmern. Ich nutze die Dienste aber derart unterschiedlich, dass ich eigentlich nicht auf einen der beiden verzichten kann.

Xing is Büro, Facebook is Party

Facebook wird mehr und mehr zum Ersatz für meine privaten E-Mails. Wenn ich Freunde anschreiben möchte, dann versuche ich sie zunächst via Facebook zu erreichen. Auch ich habe noch Freunde ohne Facebook-Profil und ich glaube sogar, dass ich mich dadurch in soweit beeinflussen lasse, dass ich den Kontakt zu diesen weniger gut pflege. Traurig. Was wird da erst, wenn sich das mit Wave durchsetzt…

Darüber hinaus schätze ich an Facebook, dass ich über die Veränderungen in den Leben meiner Freunde und Bekannten ganz automatisch informiert bleibe. Anfangs hatte ich noch befürchtet, dass dieses gegenseitige Posten und Lesen von Statusmeldungen den direkten Kontakt erübrigen würde. Die Realität ist aber völlig anders. Die Statusmeldungen von Freunden und vor allem die extrem einfache Möglichkeit darauf zu antworten regen die Konversation sogar enorm an.

Xing nütze ich dagegen auf gänzlich andere Art und Weise. Da ich keinen Bezahl-Account einsehe gebe ich mich also mit der reduzierten Kontaktmöglichkeit zufrieden. Was aber auch mehr als ausreicht. Ich würde nie auf die Idee kommen ein Interesse dafür zu entwickeln, was meine Xing-Kontakte so treiben. Daher funktionieren die Statusmeldungen in Xing für mich überhaupt nicht. Zumal ich effektivere Kanäle habe um über meine laufenden/abgeschlossenen Projekte zu berichten.

Eigentlich habe ich das Xing Profil nur, damit ich eins habe. Die Vermutung, die dahinter steht ist folgende: Wenn der erste Kontakt mal hergestellt ist, sei es persönlich, oder weil ein potentieller Kunde meinen Namen irgendwo aufgeschnappt hat, dann sucht er mich da, wo er eben seine Kontakte verwaltet. Und lasst uns mal ehrlich sein, unsere Kunden sind wenn, dann bei Xing.

Echte API vs. Zusatzprogramme

Die vorbildliche Schnittstelle von Facebook ermöglicht das Zugreifen auf  meine Kontakte z.B. vom Handy. Mit Facebook Connect bietet Facbook darüber hinaus ein Tool, dessen Grenzen meiner Meinung noch gar nicht richtig ausgereizt sind.

Xing tut sich dagegen enorm schwer eine vernünftige Schnittstelle anzubieten, was auf der anderen Seite verdeutlicht, wie streng die Hamburger es mit dem Datenschutz nehmen. Eigentlich angenehm; und sicher bei der Zielgruppe auch die vollkommen richtige Entscheidung.

Dafür rüstet Xing ja momentan seinen Funktionsumfang mächtig auf. Alles Funktionen, die Facebook schon länger kann und die dort auch sinnvoller integriert sind, allerdings entwickelt sich Xing damit hin zu einer Portal-Seite. Das mag für Businesskunden nützlich sein, ich will aber keine Tweets auf meiner Xing-Startseite haben. Ich hab doch TweetDeck.

Xing vs. Das Auge

Das ist eigentlich das richtige Matchup. Kunden, die was auf sich halten und ein wenig Ahnung von der Szene haben suchen mittlerweile verstärkt nicht mehr dort, wo sich ihresgleichen befinden, sondern gehen dahin, wo sie eine große übersichtliche Auswahl an Grafikern und Webdesignern finden. Allerdings bietet das Auge nicht die komfortablen Kontaktmöglichkeiten von Xing, was mich momentan dazu zwingt Xing und das Auge noch parallel zu betreiben.

Fazit

Es wird sich zeigen, wohin sich Xing entwickelt. Aber wenn die momentane Richtung hin zu einem Business-Portal weiter beibehalten wird, dann bietet es für mich als Kreativen keinen Mehrwert mehr. Auf Facebook kann ich hingegen schon fast nicht mehr verzichten, da es sich fest in meine private Kontaktverwaltung eingegliedert hat.



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8 Kommentare zu "Xing vs. Facebook"

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